Winterruhe:
Es sollten nur gesunde, geschlechtsreife Tiere die nicht in Häutung sind, auf die Winterruhe vorbreitet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Darm der Tiere vollständig entleert ist. Die Überwinterung findet bei einer Temperatur von 7° bis 18° statt und sollte zwischen 60 bis 75 Tagen dauern. Diese Ruhephase dient der Entwicklung und Reifung der männlichen Keimzellen als auch der weiblichen Eizellen. Wir trennen unsere Tiere nach Geschlecht in dieser Zeit, was aber nicht zwingend erforderlich ist. In jede Box ist eine Wasserschale zu stellen und es wird von Zeit zu Zeit ein Wasserwechsel durchgeführt. Als Einsteu verwenden wir ebenfalls Buchenhack. Zum Wecken der Schlangen werden die Temperaturen allmählich wieder erhöht. Das Licht wird erst für ein paar Stunden, später länger und länger eingeschaltet. Nach ein paar Wochen bieten wir unseren Tieren als erste Mahlzeit einen Mäusespringer an, damit sich der Verdauungstrakt wieder langsam daran gewöhnt. Erst nach mehrmaliger Nahrungsaufnahme werden die Tiere zur Verpaarung zusammengesetzt. Ideal ist es die Paarung beobachten zu können. Anderenfalls gibt es einige Anzeichen dafür, ob das Tier trächtig ist oder nicht. Dazu zählen zum einen die Futterverweigerung und das gleichzeitige zunehmen des Bauchumfangs. Man kann aber auch ein weiches Tuch (Geschirrtuch) in die Hand nehmen und die Schlange zwischen Daumen und Zeigefinger mit mäßigem Druck durchgleitenn lassen. Fühlt es sich an, als würde man eine Perlenkette durch die Finger ziehen, ist dies ein Zeichen dafür, dass das Tier Eier in sich trägt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte das Tier in ein seperates Terrarium gesetzt werden. Bei einer Pantherophis guttatus beträgt die Trächtigkeit 29 bis 70 Tage.
Eiablage:
Für die Eiablage wird der Schlange eine oder mehrere Ablageboxen angeboten. Als Füllung dient Shagnummoos oder Humus da diese immer gut feucht gehalten werden können. In diesen Bodengrund drückt sich das Weibchen eine Vertiefung in die dann die Eier gelegt werden. Eier die schon längere Zeit im Behälter liegen sollten auf keinen Fall mehr gedreht werden. Ebenso sollten verklebte Eier nicht getrennt werden sondern so wie sie sind in den Inkubator eingebracht werden. Gute Eier sehen weiß aus und sind von der Form her walzenförmig. Unbefruchtete Eier sehen unterschiedlich aus. Sie können von der Farbe her zwischen Beige bis zu bräunlich Variieren und sind von der Form her eher länglich.






Inkubation:
Die Inkubationstemperatur und Feuchtigkeit ist ausschlaggebend für den Zuchterfolg. Starke, rasche Temperaturabfälle sind zu vermeiden, ebenso ist die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Die Temperatur sollte um die 28° Grad betragen und die Luftfeuchtigkeit sollte um die 95% betragen. Das Substrat immer so feucht halten, daß den Eiern kein Wasser entzogen wird. Wenn den Eiern Feuchtigkeit entzogen wird, bekommt die Eischale keine Einbeulungen. Tritt dieser Fall ein, wird mit einem Wassersprüher angefeuchtet. Dabei dürfen auf der Eierschale keine Wassertropfen stehen bleiben. Die Eier nehmen im Verlauf der Zeitigung an Volumen zu, heißt, sie wachsen mit. Bildet sich doch mal Schimmel, so kann dieser duch bepudern mit Holzkohlenstaub und entfernen des Belags mit einem Pinsel vermindert werden. Wenn die befallenen Eier unangenehm riechen, müssen sie entfernt werden. Die Inkubation dauert zwischen 55 bis 86 Tage. Sind knapp zwei Monate vergangen, sollte das Gelege täglich auf Dellen und Falten überprüft werden. Dies deutet den bevorstehenden Schlupf der Tiere an.
Schlupf:
Zuerst treten an der Öffnung bläschen klarer Flüssigkeit auf und die Schnauzenspitze erscheint. Dann schiebt das Jungtier den Kopf heraus und bleibt bis zu 2 Tagen in dieser Position. Keinesfalls darf das Tier aus dem Ei herausgezogen werden. Nach diesen, max. 2 Tagen, sollte der eigentliche Schlupf erfolgt sein. Geschlüpfte Tiere sind sofort aus dem Inkubationsbehälter zu entfernen um ein Drehen oder Verschieben der anderen Eier zu verhindern. Ist ein Ei dabei, dass mehrere Durchbohrungen durch das Jungtier aufweist und dieses den Kopf nicht aus dem Ei streckt, können die vielen einzelnen Öffnungen mit einer Schere ausgeschnitten werden, um dem Tier eine große Öffnung zum Schlüpfen anzubieten. Sind Eier vorhanden, die nach mehr als 3 Tagen nach den letztgeschlüpften Tieren keine Anzeichen für einen bevorstehenden Schlupf zeigen, kann eine Schlupfhilfe in Form von anritzen der Eischale erfolgen. Wenn eine trübe Flüssigkeit austritt, ist das Tier tot. Die geschlüpften Tiere werden in ein Aufzuchtterrarium umgesetzt. Die Luftfeuchtigkeit ist etwas höher zu halten als bei den adulten Tieren.
Erste Fütterung:
Es wird die erste Häutung abgewartet, bis man ihnen die erste Babymaus anbietet. Tiere die gefressen haben sind von den nicht fressenden zu trennen. Eine Futter verweigernde Schlange kann auch in einen Behälter mit einer Maus zusammen gesperrt werden. Wir hatten damit Erfolg, in dem wir den Behälter an einen dunklen Ort (z.B. in den Wohnzimmerschrank) gestellt haben. Es ist jedoch darauf zu achten, daß das Tier dort nicht vergessen wird. Eine weitere Möglichkeit wäre die Zwangsfütterung. Von der halten wir allerdings nichts und wird auch hier nicht ausführlicher beschrieben.

